KEINE ANGST!
06.11.2026
18:00 – 20:00
VHS Mauer (Altes Rathaus), Speisingerstraße 256, 1230 Wien
„Keine Angst!“ verbindet Literatur, Musik, Geschichte und Sozialpolitik zu einem Abend über Aufklärung, gesellschaftliche Verantwortung und den Umgang mit Angst. Ausgangspunkt sind Gerard und Gottfried van Swieten, die zur Zeit Maria Theresias zu wichtigen Wegbereitern der Aufklärung im künstlerischen, wissenschaftlichen und sozialen Leben wurden.
Ihre Initiativen und Reformen – vom Gesundheitswesen bis zur Schulpflicht – legten wesentliche Grundlagen für Entwicklungen, aus denen später auch der österreichische Sozialstaat hervorging. Dem gegenüber steht eine Gesellschaft der Repression und Angst an der Schwelle zur Aufklärung: das Unbekannte wird mit Figuren und Erzählungen versehen, um es greifbar zu machen. In diesem Spannungsfeld steht auch die Figur des „Vampirjägers“, als die van Swieten im Umfeld späterer Dracula-Erzählungen internationale Bekanntheit erlangte.
Das Projekt fragt, wie Gesellschaften Angst benennen, darstellen und ihr etwas entgegensetzen: durch Wissen, Aufklärung, Solidarität, Kunst und soziale Institutionen. Historische Texte, Musik und gegenwärtige gesellschaftspolitische Fragen werden dabei nicht nebeneinandergestellt, sondern miteinander in Beziehung gesetzt.

HISTORISCHER UND ÖRTLICHER BEZUG
Gerard und Gottfried van Swieten waren zu Maria Theresias Zeiten Pioniere der Aufklärung im damaligen künstlerischen und sozialen Leben. Ihre Initiativen und Reformen – vom Gesundheitssystem bis zur Schulpflicht – bilden einen historischen Ausgangspunkt für die Frage, wie aus Aufklärung, öffentlicher Verantwortung und institutionellen Reformen langfristig soziale Sicherheit entstehen konnte.
Der Abend setzt diese Entwicklung vor den Hintergrund einer Gesellschaft der Repression und der Angst an der Schwelle zur Aufklärung, wie sie später auch in Bram Stokers „Dracula“ literarisch weiterwirkt. In diesem Kontext wurde der Philanthrop van Swieten als „Vampirjäger“ international bekannt.
Der Veranstaltungsort ist Teil der Erzählung: van Swieten verbrachte seine Sommerfrische in Mauer/Liesing. Der gemeinsame Weg von der VHS Mauer zum Heurigen Steinklammer führt den Abend aus dem Veranstaltungsraum in den historischen Ortszusammenhang weiter.
• Wolfram Berger – liest Texte der Aufklärung – gegen die Angst und für das Überleben der Solidarität.
• Walter Pöltner – Sozialpolitikexperte und Bundesminister a. D., erklärt das österreichische Sozialsystem ausgehend von van Swietens Reformen bis hin zur modernen Selbstverwaltung, zum ASVG sowie zum Pensions- und Gesundheitssystem.
Dr.in Marianne Schulze, LL.M. internationale Menschenrechts-Expertin mit einem Fokus auf soziale Nachhaltigkeit wird am Podium der Frage nachgehen: „Was ist ein Sozialstaat?“
• Herbert Maurer – erzählt über van Swietens Anatomie-Theater und seine Rolle in „Dracula“ und liest aus der Korrespondenz zwischen van Swieten und Joseph Haydn.
• Anne Harvey-Nagl, Lena Fankhauser, Mara Achleitner – begleiten den Abend musikalisch von Haydn bis Schönberg.
Joseph Haydn (1732-1809)
Herausgegeben von Orfeo Mandozzi
Wien 2017
Streichtrio Op. 53, Nr. 1 in G Dur
I. Allegretto e innocente
II. Presto
Streichtrio Op. 53, Nr. 3 in D Dur
I. Andante, con espressione
II. Vivace Assai
Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Op. 9, Nr. 2 in D Dur (1798)
dem Grafen von Browne gewidmet
II. Andante quasi Allegretto
IV. Rondo: Allegro
Arnold Schönberg (1874-1951)
Streichtrio Op. 45 (1946)
Teil 3
• Dominik Nostitz – kombiniert und konzertiert Haydns Musik als „Sound of Enlightenment“ und verbindet die historischen Linien mit dem musikalischen Verlauf des Abends.

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